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Bürger retten Hengstfelder Freibad
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- Erstellt am Mittwoch, 24. August 2011 18:05
- Geschrieben von Hohenloher Tagblatt/ haz
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Bürger retten ein Freibad - ein Modell, das im Landkreis Schule macht. Das Freibad Hengstfeld ist nicht das erste, das durch Anwohner vor dem Aus bewahrt wird.
In fast 40 Jahren ist den Hengstfeldern ihr kleines, aber feines Freibad ans Herz gewachsen: Vor allem Eltern und ihre Kinder schätzen seit der Einweihung im Jahr 1972 die wohnortnahe Abkühlung.
Eine DIN-Vorschrift mit der Nummer 19 643, die seit dem Jahr 2002 die "Aufbereitung und Desinfektion von Schwimm- und Badebeckenwasser" mit verschärften Bestimmungen regelt, bedrohte allerdings das feucht-fröhliche Freizeitvergnügen.
Der Zahn der Zeit hatte nämlich trotz etlicher Reparaturen intensiv an den technischen Anlagen des Hengstfelder Freibades genagt. Vor allem die mangelhafte Chlorierung des Badewassers rief in den vergangenen Jahren immer wieder das Gesundheitsamt auf den Plan.
Die durchaus nachsichtige Behörde zog letztlich im April 2011 endgültig die Notbremse und stellte die verantwortliche Gemeinde Wallhausen definitiv vor die Wahl: Entweder grundlegend sanieren - oder das Freibad in Hengstfeld muss geschlossen werden.
Allerdings hätte die klamme Kommune nie und nimmer die seinerzeit auf rund 150 000 bis 300 000 Euro geschätzten Sanierungskosten schultern können.
Der rührige Freibad-Förderverein unter der Regie seines Vorsitzenden Gerhard Tripps gab sich angesichts dieser eigentlich niederschmetternden Summe aber noch lange nicht geschlagen: Markus Kleinert und Claus Meider tüftelten zusammen mit dem Fachplaner Stephan Weil aus Brunzenberg eine kostengünstigere Alternative für die Sanierung aus, die letztlich vom Gesundheitsamt akzeptiert wurde.
Der Förderverein rechnet bei der Sanierung mit Kosten von rund 30 000 bis 40 000 Euro, die bis auf rund 15 000 Euro bereits finanziert sind. Der große Rest des Projekts, das auch vom Bauhof und von Firmen unterstützt wird, besteht aus schierer Muskelkraft: Jeden Tag treffen sich derzeit rund ein Dutzend gestandene Mannsbilder aus Hengstfeld am Freibad und verwandeln ihren Bürgersinn in schweißtreibende Eigenleistungen.
Die "Schaffer" gehen davon aus, dass "ihr" Freibad zur Saison 2012 wieder eröffnet werden kann. Bis zur Winterpause sollen zumindest die Außenarbeiten abgeschlossen sein.
Vor den tatkräftigen Bürgern an der Baustelle zieht auch Rita Behr ihren Hut: "Ich freue mich sehr über dieses starke Team." Die Bürgermeisterin geht ebenfalls davon aus, dass mit dieser Sanierung das Freibad langfristig gesichert ist.
Gemeinsinn mit Tradition
Dieser Gemeinsinn hat nicht nur in Hengstfeld Tradition, sondern in der ganzen Region. Schon die Bäder in Langenburg, Frankenhardt, Goldbach, Geifertshofen oder Gelbingen konnten in der Vergangenheit nur mit Hilfe von Bürgern gerettet werden. (...)
Hintergrund: Rettung des Freibad Hengstfeld
Als der Erlensee am Ortsausgang Richtung Triftshausen im Jahr 1967 unter der Regie des damaligen Bürgermeisters Willi Pfeiffer und nach Plänen des Architekten Waldmann zunächst in einen Feuerlöschteich und dann bis zum Jahr 1972 in ein "Bädle" verwandelt wurde, griffen Hengstfelder Bürger zu Schaufel und Schubkarren und steuerten rund 1000 Arbeitsstunden für das Projekt bei - zum Nulltarif, versteht sich.
Der Förderverein konnte 10 000 Euro Preisgeld von einer Radio-Ton-Aktion gut gebrauchen. Für das Sanierungsprojekt wurde ein Spendenkonto bei der VR-Bank Hall-Crailsheim (BLZ 622 901 10) angelegt, Konto Nr. 676 398 006. (haz)
Quelle:
Hohenloher Tagblatt vom 24.08.2011,
Harald Zigan






