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"Plan B" fürs Freibad

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Noch ist das Freibad in Hengstfeld nicht verloren: Der Förderverein legte jetzt einen Sanierungsplan für die marode Freizeitstätte vor, die vor allem mit massiven Problemen bei der Chlorierung zu kämpfen hat.

 

. Der Wunsch von Bürgermeisterin Rita Behr ("Emotionen sollten draußen bleiben") ging in Erfüllung: Im Rathaus-Saal in Wallhausen debattierten Gerhard Tripps, Markus Kleinert und Claus Meider vom Freibad-Förderverein sehr sachlich mit der Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Renate Lorenz-Lauermann, und ihrer Kollegin Heidrun Eipper über die diversen Miseren des anno 1971 eingeweihten Freibades in Hengstfeld (das HT berichtete).

Die Mini-Anlage zählt zwar nur rund 3000 Besucher pro Jahr - den Bürgern von Hengstfeld und vor allem ihren Kindern ist das Freibad aber sehr ans Herz gewachsen.

Den Kern der Debatte brachte Thomas Haag, im Landratsamt als Dezernent für Jugend und Soziales auch für das Gesundheitswesen zuständig, auf den Punkt: "Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man um sein Freibädle kämpft - ich trage aber auch die Verantwortung für die Gesundheit der Badegäste."

Diese mikrobiologische Gefahrenabwehr hat im Hengstfelder Freibad mittlerweile aber sehr bedenkliche Lücken, die auch vom Förderverein frank und frei eingeräumt werden: Normalerweise hält Chlor die Keime, die sich in jedem Freibad tummeln, im Zaum. In Hengstfeld aber fehlt es neben anderer moderner Technik vor allem an einer korrekten Durchströmung und Verteilung des Chlors im Becken: "Am Einlauf ist der Chlorwert oft zu hoch und am Auslauf ist oft nur noch sehr wenig oder gar kein Chlor mehr vorhanden", wie Dr. Renate Lorenz-Lauermann konstatierte.

Eine Generalsanierung des mittlerweile gesperrten Freibades würde, wie Experten berechneten, wohl zwischen 150 000 und 300 000 Euro kosten - eine Summe, die weder Förderverein noch die klamme Gemeinde schultern können.

Der Förderverein plante deshalb eine billigere Alternative: Mit rund 30 000 Euro sollen zunächst die Chlorprobleme gelöst und dann die weiteren Sanierungsarbeiten bis zum Jahr 2014 erledigt werden. Die Chefin des Gesundheitsamtes war von der zeitlichen Streckung und ihrem Nutzen nicht überzeugt, signalisierte aber Gesprächsbereitschaft über diesen "Plan B", der auch mit deutlichen Beitragserhöhungen finanziert werden soll.

Dr. Renate Lorenz-Lauermann warnte jedenfalls davor, "Investitionen zu tätigen, die dann später nicht den gewünschten Erfolg bringen". Sie riet dringend zu einem Fachplaner, den der Förderverein auch mit ins Boot holen will.


Quelle:
Hohenloher Tagblatt, 21.05.2011
Harald Zigan